Vie:nna Brands Forum – Wiener Wirtschaftsmarken erleben

Beim ersten großen Vie:nna Brands Forum, in Partnerschaft mit der Stadt Wien und in Kooperation mit der Wiener Wirtschaftskammer, wurden bedeutende Botschaften sichtbar. Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke betonte, wie wichtig ihm die Zusammenarbeit mit allen Wiener Wirtschaftsmarken ist: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, eine Plattform zur gegenseitigen Information und Vernetzung von Wiener Unternehmen und Marken zu schaffen. Nehmen Sie mich beim Wort und kontaktieren Sie uns. Wo es Herausforderungen gibt, werden wir sie unterstützen.“ Genau das ist das Ziel der neuen Kommunikationsplattform Vie:nna Brands: „Zu informieren und sich gegenseitig auszutauschen, voneinander zu lernen und auch international den einen oder anderen Weg gemeinsam zu gehen“, betonte auch der Veranstalter der Vie:nna Brands Ralph Vallon, der die Plattform auch „als Kommunikationsdrehscheibe sieht, wo Anliegen und Forderungen der Wiener Marken diskutiert und gebündelt werden“. Vizepräsident Anton Offner, Wirtschaftskammer Wien, wies darauf hin, dass mit den Wien Products schon 55 Wiener top Produkte als Wiener Marken gemeinsam aktiv sind. Eine zukünftige Zusammenarbeit ist schon 2020 mit einer Vie:nna Brands Veranstaltung zu Wien Products Unternehmen in den Bereichen Delikatessen, Schmuck, Stil, Wohnen und Kultur in Planung.

Mit besonders interessanten Keynotes konnten Sacher CEO Mathias Winkler zu „Traditionelle Familienunternehmen, zukunftsorientierte top Marken“ und Motivforscherin Helene Karmasin zu „Verpackung ist Verführung“ überzeugen. Mathias Winkler zeigte auf, wie herausfordernd die Arbeit eines privaten Wiener Unternehmens in der Spitzenhotelerie ist, um gegen große Hotelkonzerne wie die Marriott Gruppe zu bestehen. „Online Buchungsplattformen beherrschen den Markt, wir müssen mit besonderem Service auf unsere Kunden eingehen und sie vor allem immer noch besser verstehen lernen.“ Helene Karmasin führte launig mit einer Reihe von Beispielen aus, wie die Kunst der Verführung und Verpackung funktioniert. Farben, Anmutungen und insgesamt semiotisches Verständnis bleiben bedeutend und erklären, wie immer wieder die Verkaufsentscheidung beeinflusst wird. In den anschließenden Panels wurde bei den Familienunternehmen deutlich wie behutsam und gleichzeitig innovativ die Markenführung sein muss, um bestens zu performen. Andreas Rath, Eigentümervertrerer von Lobmeyr  sah noch viel Potential die nächsten zwei bis drei Generationen das Traditionsunternehmen erfolgreich weiterzuführen. Michael Mann, der in der nächsten Generation, das von seinem Vater Kurt Mann aufgebaute erfolgreiche Unternehmen, weiter führen wird, machte deutlich, wie entscheidend das eigene ca. 80 Filialen umfassende Geschäftnetz ist, „weil wir dort eine eigene Wertschöpfung im Verkauf umsetzen können. 75 zu 25 Prozent soll auch das Verhältnis von Umsatz in den eigenen Filialen zum Umsatz über andere Händler bleiben.“ Ulf Schöttl, Manner Marketingleiter, gerade dieser Tage stolzer „Marketer des Jahres“ geworden, betonte, dass „nicht nur das Produkt mit den besten Haselnusscremschnitten stimmen muss, sondern auch die eigene Farbe, nunmehr im eigenen Manner Rosa Pantone vorgegeben wird: Alleinstellung in jeder Hinsicht.“

Stefan Gubi, COO Fey Retail, konnte auf die erfolgreiche Automobilgeschichte Frey´s verweisen, wo die Eigentümer in den 70er Jahren die ersten 2000 Toyotas nach Österreich importierten und schnell weit über das angepeilte Ziel neue Umsatzrekorde erreichten. Die Marke Frey spielte damals wie heute, getragen von großem Unternehmerpioniergeist, eine große Rolle, heute steht Hybrid im Mittelpunkt: Die sparsamste Variante von Toyota und Lexus ohne externes Aufladen zum Teil elektrisch zu fahren. Mathias Winkler, CEO Sacher, wies darauf hin, wie wichtig die Geschwindigkeit heute in seinem Hotelgeschäft geworden ist, sie zu beherrschen bleibt wettbewerbsentscheidend bei gleichzeitigem besten Service für die Kunden. Auch digital „lebt“ heute bei Bestellungen im Haus Sacher, die schon vom Zimmer oder von unterwegs via Tablets oder Handy vorgenommen werden können.

Das Panel, das die Verführung durch Marken näher beleuchtete, moderiert von Horizont Chefredakteur Jürgen Hofer, zeigte einmal mehr auf, wie wichtig auch Storytelling ist. Agenturinhaber Rudi Kobza sah darin eine der wichtigsten Aufgaben einer Marke, so auch seiner eigenen Kaffeemarke Bieder & Maier, die schon einen ersten internationalen Designpreis in Gold in New York erhielt. Der Geschäftsführer des österr. Markenartikelverbandes Günter Thumser sah die Marke als Innovationsmotor, der immer in Bewegung sein muss und gleichzeitig „ist es die Aufgabe der Marke Sicherheit und Vertrauen für gleichbleibende Qualität auszustrahlen.“

Allgemeiner Tenor nahezu aller Podiumsteilnehmer war, dass sich die Geschwindigkeit bei Anforderungen und Wünschen von Konsumenten laufend verändern. Sich darauf einzustellen, insbesondere hinsichtlich der digitalen Veränderungen, bleibt entscheidend für den Markterfolg.

Im letzten Panel zu den öffentlichen Marken wurde deutlich, dass Marken einer Großstadt wie die Wiener Linien, die Wien Energie oder Wiener Wohnen entscheidend für eine funktionierende Daseinsvorsorge sind. Wenn in Wien das Licht ausgehen würde, die U-Bahnen Verspätung hätte oder das Service der Gemeindewohnungen nicht funktioniert, dann hätte das maßgeblichen Einfluss auf die Marken und damit auf das Vertrauen, die Zufriedenheit und die Glaubwürdigkeit der Wienerinnen und Wiener. Und in letzter Konsequenz würde das dann ebenso die Marke der Stadt beschädigen. Einhellige Meinung am Podium war, dass dies alles sehr gut in Wien funktioniert, so würde von der „Wiege bis zur Bahre“ alles angesprochen. Beste Unterhaltung und top Programme der Wiener Stadthalle (Magdalena Hankus Prok. ML Wiener Stadthalle), sichere und nachhaltige Stromversorgung(Wien Energie Werbeagentur Springer & Jacoby mit GF Ralf Kober) und aufmerksamkeitsstarke und serviceorientierte Werbung der Bestattung (Jürgen Sild, GF Wiener Bestattung). Wiener Wohnen Berater Dieter Scharitzer, Ass. Univ. Prof. WU und Unternehmensberater TQS, berichtete über die wesentlichen Merkmale erfolgreicher Kunden- und Mitarbeiterbefragungen und Jürgen Tarbauer, GF Omnes und Spitzenfunktionär der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKW, wies auf die Bedeutung der Wirtschaftskammermarke hin, „die jeder gerne auf seiner Einladung hat“. Tatsächlich ist die Wirtschaftskammer Wien sehr präsent sowohl was die Serviceleistung anlangt, als auch in der Kommunikation ihrer Marke. Ein weiteres Thema war die Kampagnisierung von Produkt- und Unternehmensmarken und ob diese allein online funktionieren können. Hier waren unterschiedliche Auffassungen zu erkennen. In der Regel – das war die vorherrschende Meinung – ist eine effiziente, kontinuierliche und aufmerksamkeitsrelevante Markenführung nur mit einem sinnvollen Mix von Print, TV/Radio, Plakat und Online machbar.

Im Anschluss an die Panels standen zwei Wiener Genussmarken im Mittelpunkt: das stadteigene Weingut Cobenzl und das Weingut Wieninger aus Stammersdorf. Diesmal war die Entwicklung der Weinmarken der beiden Weingüter wichtiger als die anschließend ausgeschenkten top Weine. Oder doch nicht? Das Weingut Cobenzl hat als Stadtweingut eine besondere Wandlung erfahren, indem die Marke mit Qualitätsweinen positiv aufgeladen wurde – eine Erfolgsstory. Das Weingut Wieninger konnte durch die Integration einer weiteren Weinmarke wie Hajszan sich noch breiter aufstellen. Die Marke Wieninger als solche ist schon seit Jahren als besondere Qualitätsmarke bekannt, das auch die Etikette und das Logo widerspiegelt.

Beim Vie:nna Brands Forum und dem anschließenden Club Cuvée in der neuen Wirtschaftskammer Wien am Praterstern u.a. gesehen: die Unternehmer Kurt Mann und Rudi Semrad, Gerhard Schilling, GF Almdudler, Peter Kozich, Schau Schau Brillen, Elisabeth Koller-Galler, Ciro Jewelery, die frühere Merkur Vorständin Kerstin Neumayer, Handelsexpertin Martina Steinberger-Voracek, Martin Schipany, Leiter Presse-und Informationsdienst MA 53 Stadt Wien, Michael Stix, GF ProSieben Sat 1Puls 4, Karin Seywald-Czihak, GF ÖBB Werbung, Georg Semler, Vorsitzender Rudolfinerhaus, Marktforscherin Roswitha Haslinger, Herbert Schullin, Juwelier Schullin Wien, Frey Automobile ML Katharina Mamedof, Wiesenthal ML Edith Ertl, Kurier Prokurist Stefan Lechner, Spartenobmann WKW Martin Heimhilcher, die Banker Gerlinde und Wolfgang Layr, Hans Peter Spak, GF Hink Pasteten, Sabine Toifl, Werbeleiterin Wiener Städtische, Thomas und Uschi Podsednik, Weingut Cobenzl, Josef Almer, GF Goldbach Austria, Jürgen Colombini und Robert Judtman, Werbeagentur Unique, Ingrid Kunz-Henrichs, MA 53 Stadt Wien, Automobilexperte Otmar Nagelreiter, Personalberaterin Manuela Lindlbauer, Sascha Berndl, GF Infoscreen, VHS-ML Michaela Pedarnig, Anita Paic, ML Hotel Sacher, cafe+co Manager Herbert Rieser, Gabriele Davies, Cyansecurity, Thomas Holzhuber, GF Impact, Mathias Friedrich, GF proevent, Johannes Huber-Pock, GF Huber&Lerner, Schorschi Gross, Weingut Wieninger, Sandra Solar, Österr. Post, Gabriele Stanek, Unicef, Andreas Wiszkidenszky, Superbrands, Moderatorin Sonja Kato und Raphaela Vallon-Sattler, GF Vallon Relations.