vie:real in der Seestadt
Seestadt Aspern: Bauen, Wohnen, Arbeiten, Leben und Lernen.
Bei der neuesten Ausgabe der vie-real, einer Vienna Eco Plattform, wurde mit einer Besichtigung des ÖFB-Campus begonnen. Fünf Trainingsplätze, Fitnessräumlichkeiten, Massageeinrichtungen und top Nächtigungszimmer wurden bei einer Führung durch den Campus näher unter die Lupe genommen, das Fazit: beeindruckend.
Im Gespräch mit Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch
Im Anschluss ging es gegenüber ins TZ1 der Wien 3420 Aspern Development. Zum Start führte Vienna Eco Initiator Ralph Vallon ein Gespräch mit der neuen Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch. Im Mittelpunkt stand dabei das leistbare Wohnen mit dem Wiener Sozialen Wohnbau und die neue Vergabe. Hanel-Torsch erläuterte die Wohnungsvergabe NEU mit der Zusammenlegung der Gemeindewohnungen und der geförderten Wohnungen: „Ein flexibles Bonuspunkte-System berücksichtigt individuelle Lebenslagen wie z. B. Wien-Bonus, Jungwiener*in, Alleinerziehende, lange Wartezeit oder Wohnkostenbelastungen. Das einzigartige Wiener Wohnbaumodell – 60% der Wienerinnen und Wiener wohnen im Sozialen Wohnbau – stellt die Weichen in die Zukunft. Die Wohnungsvergabe NEU ist die größte Weiterentwicklung unseres Vergabesystems seit Jahrzehnten. Sie sorgt dafür, dass leistbarer Wohnraum künftig noch gezielter dort ankommt, wo er am dringendsten gebraucht wird. Es freut mich, dass dieser Weg auch im Wiener Landtag breite Zustimmung gefunden hat – die Unterstützung der ÖVP und der Grünen bestätigt uns in diesem wichtigen Reformschritt“, betonte die Wohnbaustadträtin. Darüber hinaus ging Hanel-Torsch auch auf die neuen Bauvorhaben des Wiener Sozialen Wohnbaus ein, wie zum Beispiel im Donaufeld, auf den Flächen des früheren Nordwestbahnhofes oder in Heiligenstadt. Weitere Themen waren die in Planung befindliche neue Baurechtsnovelle, die Sanierung von bestehendem Wohnbau mit der Dekarbonisierung, um Bestandshäuser klimafit zu machen und eine Mietrechtsreform.
Podium Bauen und Wohnen in Wien – Herausforderungen und Chancen
Anschließend moderierte Ralph Vallon ein Podium zu „Bauen und Wohnen in Wien – Herausforderungen und Chancen“ mit Johann Breiteneder, Vorstand Breiteneder Immobilien und Parking (BIP), Robert Grüneis, Vorstand Wien 3420 Aspern Development, Stefan Gubi, Geschäftsführer greenonetec, Michael Pisecky, Fachgruppenobmann Immobilien und Vermögenstreuhänder der WKW, Architektin Sne Veselinovic und Gernot Wagner, Geschäftsführer Porr Bau.
Gastgeber Robert Grüneis berichtete über den Status quo der Seestadt, wo ein neuer Stadtteil entstanden ist, mit Arbeitsplätzen, Schule, Kindergarten, Handel, Gastronomie und Hotellerie, Freizeitangeboten und Grünräumen sowie beste öffentliche Anbindung. Grüneis: „Es ist ein Vorzeigeprojekt auch international, immer wieder besuchen uns Delegationen aus dem Ausland. Großes Interesse liegt dabei u.a. am leistbaren Wohnen mit dem Wiener Sozialen Wohnbau. Entscheidend bleibt es, die Stadt der Zukunft weiter zu entwickeln und neue Konzepte mit einzubringen, damit ein neuer Stadtteil leistbar, klimafit, wirtschaftlich erfolgreich und gleichzeitig lebenswert ist.“
BIP Vorstand Johann Breiteneder verwies auf Bürgerenergiegemeinschaften(BEG), wo elektrischer Strom netzübergreifend gemeinsam genutzt wird. Breiteneder: „Gemeinsam mit VIG, Donauversicherung, Therme Wien und unserer BIP haben wir ein BEG-Projekt mit Unterstützung von Wien Energie und umsichtiger Koordination des Stadtwerkekonzerns ins Leben gerufen, hier sehen wir bedeutende Schritte zu einer effizienten gemeinsamen Energienutzung.“ Johann Breiteneder schaffte zusätzlich Einblicke in neue BIP-Wohnbauprojekte, wo „Baulücken genutzt werden und neuer, klimafitter Wohnraum in einer bestehenden Infrastruktur geschaffen wird.“ Ebenso bekennt sich BIP zu einer Attraktivierung des urbanen Raumes mit einer teils begrünten Oberfläche bei Bauprojekten von Garagen und Wohnungen.
WKW-Fachgruppenobmann Michael Pisecky war die Sanierung von Altbauten und Wohnungsbeständen bis 1990 ein besonderes Anliegen: „Insbesondere durch thermische Sanierungen könnten die Emissionen deutlich reduziert werden, das gilt auch für die Sanierung von Gründerzeithäusern mit einer strukturierten Fassade. Dafür bedarf es eines Maßnahmenpaktes, dass auch steuerliche Anreize bietet. Ich denke, dass mit entsprechenden Förderungen dieser Bereich deutlich ausgebaut werden könnte.“
Architektin Sne Veselinovic hob die langen Widmungsverfahren im Städtebau hervor und sprach von einer Einspruchskultur, wo trotz hoher Qualitätssicherung defacto jeder Einspruch erheben kann. Bei der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen nimmt laut der Architektin Wien eine führende Rolle ein. Veselinovic: „Der Wohnfonds und die Seestadt Aspern sind bei diesem Thema Vorreiter und sammeln gemeinsam mit den Bauträgern wichtige Erfahrungen. Diese Expertisen kommen schlussendlich allen zu Gute.“
Greenonetec Geschäftsführer Stefan Gubi sah als weltweit größter thermischer Flachkollektor-Hersteller mit eine jährliche Produktionskapazität von über 1,6 Mio. m² Kollektoren ein gutes Angebot für Solaranlagen. Stefan Gubi: „Wir müssen Gebäude künftig nicht nur energieeffizient bauen – wir müssen sie zu aktiven Energieerzeugern machen. Die Technologie dafür ist heute bereits vorhanden. Die Zukunft liegt in kundenorientierten, bedarfsangepassten Gesamtlösungen. Ein Dach kann mehr als nur Strom – Solarthermie, PV*T (die intelligente Verbindung von PV und Solarthermie), Wärmepumpe, Speicherlösungen, ein intelligentes Energiemanagement sind die Themen der Zukunft. Technologieoffene Förderung und ein klares Bekenntnis zu österreichischer und europäischer Wertschöpfung sind das Gebot der Stunde.“
Porr Bau Geschäftsführer Gernot Wagner konnte mit Porr Living eine leistbare Wohnraumlösung im Elementbau ins Treffen führen. Wagner: „Wir können hier für weniger als 2.000 Euro pro Quadratmeter mehrgeschossige Wohnimmobilien errichten, ein Kellergeschoß ist dabei nicht inkludiert. Durch die Vorfertigung und die Kombination verschiedener Materialien kann der Bauprozess effizienter und kostengünstiger gestaltet werden. Insgesamt ist allerdings der Kostendruck sehr hoch geworden und die Auftraggeber müssen gleichzeitig verstehen, dass der Kostenoptimierung bei gleichzeitig hoher Qualität und Energieeffizienz auch Grenzen gesetzt sind.“
Club Cuvée Weinverkostung und Austausch
Bei einem Imbiss mit Club Cuvée Weinen tauschten sich u.a aus: Sascha Zabransky, Geschäftsführer Wien Energie, Ludwig Steinbauer, Geschäftsführer Porr Beteiligungen, Georg Semmler, Vorstandsvorsitzender Rudolfinerhaus, Berater Stefan Höffinger, Unicreditbank-Manager Carsten Becker, Cilli Wiltschko, Prokuristin wbv-gpa, Hans Zwangsleitner, Impools, Personalberater Alexander Granat, Wolfgang Layr, Volksbank Wien, Guido Salentinig, Geschäftsführer Geberit Österreich, Dominik Schmid, Spartenobmann WKW, Herbert Rieser, cafe+co, Berater Ralf-Wolfgang Lothert, Paul Brozsek, List Group, Johannes Dobretsberger, Geschäftsführer JLP Health, Jutta Mantler-Cejnek, Sozialbau sowie Karl Javurek und Rudi Semrad.
Fotos Christian Mikes






